Schulstart-Anker
Gedankenanker für den Schulstart
Die ersten Schulwochen sind voller neuer Situationen: sich melden, etwas nicht können, Fehler machen, andere Kinder kennenlernen, warten, nachfragen, sich etwas trauen und manchmal auch sagen: „Das möchte ich nicht.“
Diese Karten sollen deinem Kind nicht einfach sagen: „Du schaffst das schon.“
Sie sollen ihm kleine Gedanken mitgeben, auf die es in schwierigen Situationen zurückgreifen kann.
So funktionieren die Karten
Suche nicht einfach jeden Morgen irgendeine Karte aus.
Wähle die Gedanken aus, die gerade zu deinem Kind passen, und besprecht sie vorher gemeinsam.
Was bedeutet zum Beispiel:
„Ich kann das NOCH nicht.“
Oder:
„Fehler sind Helfer.“
Überlegt zusammen, wann dieser Gedanke helfen könnte. Vielleicht kennt dein Kind sogar schon eine Situation dazu.
Das Bild auf der Karte wird dabei zum Anker.
Wenn dein Kind später die Karte in seiner Brotdose entdeckt, muss es den Satz noch gar nicht lesen können. Es erkennt das Bild und erinnert sich:
„Ah, darüber haben wir gesprochen.“
So wird aus einem Satz nach und nach ein Gedanke, den dein Kind irgendwann auch ohne Karte abrufen kann.
Wichtig
Es geht nicht darum, deinem Kind jeden Tag möglichst viele positive Sätze mitzugeben.
Eine passende Botschaft ist stärker als zehn beliebige.
Ein Kind, das sich kaum traut, andere anzusprechen, braucht vielleicht gerade:
„Ich traue mich, jemanden anzulächeln.“
Ein Kind, das an Fehlern verzweifelt, eher:
„Nach jedem Fehler weiß ich etwas mehr.“
Und ein Kind, das schnell aufgibt:
„Ich kann das NOCH nicht.“
Nehmt euch deshalb lieber wenige Karten vor und benutzt sie immer wieder.
Denn das Ziel ist nicht, dass dein Kind die Sätze auswendig kennt.
Das Ziel ist, dass irgendwann seine eigene innere Stimme daraus wird.