Berufskompass 2026 – Ein sicherer Wunschberuf für die KI-Zukunft
Berufskompass 2026 – Ein sicherer Wunschberuf trotz KI-Zukunft ist kein Widerspruch
„KI übernimmt doch sowieso alles!“ – Nicht ganz. Aber unsere Welt wird sich verändern.
Diese Tabellen werden euch dabei helfen, euch schnell einen Überblick über 311 Berufe zu verschaffen,
passende Möglichkeiten herauszufiltern und gute Gespräche mit euren Kindern – aber auch mit euch selbst – über die Zukunft und mögliche Wege zu führen.
Ich hatte letztens mit meinem zweitältesten Sohn ein Gespräch darüber, was er später einmal machen möchte. Irgendwann kam dann sinngemäß der Satz: „KI übernimmt doch sowieso alles.“ Da wurde es schwierig.
Ich bin Vater von zwei eigenen und zwei Bonuskindern, mache mir natürlich auch etwas Sorgen und möchte meinen Kindern nicht einfach irgendeinen Beruf empfehlen, nur weil er heute noch gut funktioniert.
Und als 2D-/3D-Grafikdesigner, Animator und Entwickler brauchte ich natürlich auch für mich selbst eine Einschätzung, wie sich mein eigener Beruf und verwandte Bereiche in den nächsten Jahren verändern werden und welche Richtung ich einschlagen muss.
Was kann man also einem jungen Menschen heute noch guten Gewissens empfehlen, wenn er vielleicht erst in 5 bis 10 Jahren richtig ins Berufsleben einsteigt, und wie soll ich weitermachen? Das waren meine Gedanken.
Was mir aber bisher fehlte, war eine Übersicht, die eine gute Gesprächsgrundlage für solche Unterhaltungen bietet und vielleicht auch anregt, sich überhaupt einmal mit verschiedenen Möglichkeiten zu beschäftigen.
Ein Beruf sollte zu ihm passen, Zukunft haben und natürlich auch vernünftige Verdienstmöglichkeiten bieten.
Aus diesem Gedanken heraus ist der Berufskompass entstanden.
Ich habe deshalb angefangen, Berufe danach zu untersuchen, wie stark sie in Zukunft durch KI, Automatisierung und Robotik beeinflusst werden könnten.
Dabei wollte ich aber bewusst nicht einfach nur eine KI fragen und das Ergebnis übernehmen.
Nach meiner Erfahrung sind die Antworten je nach Hersteller und System durchaus unterschiedlich und zum Teil auch ziemlich biased.
Ich habe die Analyse deshalb mit OpenAI und Claude unabhängig voneinander durchgeführt und beide Systeme ihre Ergebnisse immer wieder gegenseitig auf Schwächen überprüfen und hinterfragen lassen.
In mehreren Iterationen kamen neue Argumente hinzu, die vorher noch nicht berücksichtigt waren. Dazu kamen meine eigenen Gedanken und Analysen aus den aktuellen Entwicklungen.
Die Liste wurde nach und nach ausführlicher, differenzierter und auch greifbarer.
Ein Punkt, den ich zum Beispiel komplett übersehen hätte und der erst durch diese Verbesserungsrunden offensichtlich wurde, ist die Einstiegsleiter.
Die Einstiegsleiter bedeutet, dass ein Beruf in Zukunft durchaus noch existieren kann und trotzdem für einen jungen Menschen keine gute Wahl mehr sein muss.
Wenn KI nämlich einen großen Teil der einfachen Junior-Aufgaben übernimmt, stellt sich die Frage: Wie soll jemand überhaupt noch die Erfahrung sammeln, die später für eine Senior-Position benötigt wird?
Am Ende ist daraus eine ziemlich umfangreiche, aber visuell leicht verständliche Übersicht mit 311 Berufen und Rollen entstanden.
Aufteilung:
Die Berufe werden nicht einfach nur in „gut“ oder „schlecht“ eingeteilt. Stattdessen gibt es unterschiedliche Faktoren und mehrere mögliche Zukunftsszenarien, zwischen denen man wechseln kann.
Die farbliche Codierung der Listen macht es außerdem möglich, sich sehr schnell einen visuellen Überblick zu verschaffen.
Was ist in den Tabellen enthalten:
- 311 Berufe und Rollen
- Bewertung für 5–10 Jahre und 15–20 Jahre
- vier Zukunftsszenarien
- KI-Risiko
- Robotik- und Automatisierungsrisiko
- zukünftiger Bedarf
- Einstiegsmöglichkeiten für junge Menschen
- Verdienstmöglichkeiten
- Einkommensstabilität
- Szenario-Robustheit
- physische und reale Arbeit
- menschliche Fähigkeiten, die schwerer automatisierbar sind
- Verantwortung, Haftung und Regulierung
- Geschwindigkeit der möglichen Automatisierung
- persönliche Shortlist
- Schritt-für-Schritt-Anleitung
- ausführliche Legende zu den Bewertungen
- ein Eintragsblatt, das man gemeinsam mit seinen Kindern ausfüllen kann
Die vier Szenarien reichen dabei von einer eher moderaten Entwicklung der KI bis hin zu einem deutlich disruptiveren Szenario mit sehr leistungsfähiger KI beziehungsweise AGI.
Mir war wichtig, nicht so zu tun, als könnte irgendjemand heute genau wissen, wie die Welt in 15 Jahren aussehen wird.
Das kann niemand. Deshalb finde ich es sinnvoller, unterschiedliche mögliche Entwicklungen miteinander zu vergleichen.
Wenn ein Beruf unter mehreren sehr unterschiedlichen Szenarien noch interessant bleibt, ist das für mich eine wesentlich bessere Information als die Aussage: „Dieser Beruf ist KI-sicher.“
Uns hat die Liste jedenfalls dabei geholfen, die Diskussion deutlich konkreter zu machen. Statt nur darüber zu reden, was irgendwann vielleicht durch KI ersetzt wird,
konnten wir uns tatsächlich immer wieder durch einzelne Berufe hangeln und schauen, was davon interessant sein könnte.
Es ist ganz einfach ein interessantes Gespräch entstanden.
Was interessiert dich? Was könnte zu dir passen? Wo gibt es auch langfristig Bedarf? Wie sieht das Einkommen aus? Wie hoch ist das Risiko durch KI oder Robotik? Und welche Alternativen gibt es vielleicht noch, an die wir bisher überhaupt nicht gedacht haben?
Am Ende sollte man natürlich trotzdem mit Menschen aus dem jeweiligen Beruf sprechen, Praktika machen, Dinge ausprobieren und eigene Erfahrungen sammeln. Aber bevor man das tut, hilft es enorm, aus hunderten Möglichkeiten zunächst einige interessante und realistische Richtungen herauszufiltern.
Stand: September 2026
Der Berufskompass ist keine Vorhersage und keine Garantie dafür, wie sich einzelne Berufe entwickeln werden.
Er ist aber sehr wohl eine Entscheidungshilfe für Eltern und Jugendliche in einer Zeit, in der sich der Arbeitsmarkt gerade sehr schnell verändert.
Die Liste hat mir sehr geholfen und ich denke sie wird auch für Euch wervoll sein.