Kurzgeschichte – Jeder kann sein wer und was er will.
Jeder kann sein, wer und was er will. Auch Nakoa. Nakoa war erst sechs Jahre alt, als ich das erste Mal
darüber nachdachte, dass er doch deutlich anders war als die Kinder in seinem Alter. Er war sehr selbstbewusst
und gab bereits Dinge von sich, die mich zum Teil überraschten. Natürlich hatte er mit mir einen Vater, der die Welt ganz anders sah als die Kümmerlinge in seinem Kindergarten, die Nachbarn, Bekannten und die wenigen Freunde, die ich noch hatte. Aber ich versuchte, meine kritische Einstellung und Haltung gegenüber der Politik, den Medien und der Gesellschaft nur in kleinen Mengen, wohldosiert, an Nakoa weiterzugeben. Behutsam. Denn alles andere war gefährlich.
Doch in Nakoa trieb offensichtlich ein Geist sein Unwesen, der extrem nach Unabhängigkeit strebte und der selbst meinen Geist und meinen starken Rebellionstrieb weit zu übertreffen schien. Ich ahnte früh, dass Nakoas Weg ein besonderer sein würde.