Irgendwann bin ich mit einer Freundin in der Stadt unterwegs.
Shopping. Danach Burger und Pommes.
Es ist heiß und der Tag bringt Abwechslung.
Ich sehe einen Stoffaffen. Er kommt mir bekannt vor. Das Kind schreit, dass es ihn haben will. Ich soll ihn kaufen. Es ist das erste Mal, dass ich seine Stimme so laut höre. So fröhlich. So aufgeregt. Nicht in der Stille. Nicht beim Schreiben. Mitten im Leben.
Ich kaufe den Affen nicht.
Um das Kind zum Reden zu bringen, habe ich mir angewöhnt, es zuerst nach seinem Alter zu fragen. Am Abend nach dem Treffen mit dem Affen antwortet es: „2 Jahre. Warum hast du den Affen nicht gekauft?“
Ich weiß es nicht. Und weiß es doch.
Der Tunnel hat die Scham untergraben. Nicht vergraben.
Es war mir vor der Freundin peinlich, einen Affen zu kaufen.
Als ich das begreife, tut es mir leid. Wir können morgen hingehen.
„Der Affe sah aus wie mein Affe, den ich mal hatte.“
Ja. Ich weiß. Was machen wir mit dem Affen?
„Ich will ihn haben.“
Du kriegst deinen Affen. Morgen kaufen wir ihn.
Am nächsten Tag ist das Kind drei Jahre alt. Es quengelt. Ich habe nur noch fünf Euro und überlege, wie ich den Affen bezahlen soll.
Du kriegst deinen Affen, versichere ich.
Nehmen wir den immer mit ins Bett?
Sitzt er auf dem Schreibtisch?
Reist er mit uns?
„Ja! Ja! Ja!“
Kannst du den Affen nicht imaginieren?
„Nein!!“
Das wäre praktisch. Das Kind im imaginären Garten kriegt einen imaginären Affen. So funktioniert das aber nicht. Warum? Weiß ich nicht. Es funktioniert nicht. Ich probiere es zwei Tage aus. Und gebe auf.
Gehe zurück zum Affen. Er ist nicht mehr da.
Kind, wie alt bist du?
„4 Jahre. Kein Affe.“
Nein. Der Affe ist nicht mehr da. Wie geht es dir?
„Konzert war super.“
Stimmt.
Wir haben getanzt.
Wir hatten Energie.
Der Affe fehlt.
Der Abend war trotzdem schön.
... mehr davon
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