Was wäre, wenn wir in einer Welt von materieller Fülle leben würden?
Was wäre, wenn die größte Herausforderung der Menschheit nicht mehr das Überleben, sondern der Sinn des Lebens wäre?
Während des größten Teils der Menschheitsgeschichte wurde unser Leben von materiellen Zwängen geprägt. Nahrung war knapp. Krankheiten waren weit verbreitet. Die körperliche Sicherheit war ungewiss. Fragen nach Identität, Sinn, Beziehungen und Vermächtnis traten oft hinter die dringenden Erfordernisse des Überlebens zurück.
Heute verändert sich diese Welt.
Zwar ist der materielle Wohlstand nach wie vor äußerst ungleich verteilt, doch hat die Menschheit etwas Bemerkenswertes erreicht: Wir verfügen nun über das Wissen, die Technologie und die Produktionskapazitäten, um genügend Nahrung, Energie, Informationen und Güter für alle bereitzustellen. Zunehmend sind unsere verbleibenden Engpässe Probleme der Verteilung, Koordination, Politik und Anreize als reine Produktionskapazitäten.
Wenn das zutrifft, ergibt sich eine tiefgreifende Frage:
Was geschieht, wenn das Überleben nicht mehr unsere zentrale Herausforderung ist?
Dieses Buch beschäftigt sich mit der Möglichkeit, dass wir in eine neue Phase der menschlichen Entwicklung eintreten – eine, in der die primären Hindernisse für ein erfülltes Leben nicht mehr materieller, sondern sinnvoller Natur sind.
Aus der Perspektive von Identität, Beziehungen, Sinn und Vermächtnis beleuchtet es die Fragen, die viele Menschen empfinden, aber nur schwer in Worte fassen können:
* Wer bin ich?
* Wer kennt mich wirklich?
* Wozu dient mein Leben?
* Was bleibt, wenn ich nicht mehr da bin?
Das sind uralte Fragen. Doch sie rücken erst dann in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses, wenn das Überleben an Bedeutung verliert. Der technologische Fortschritt kann uns reicher, gesünder, sicherer und vernetzter machen als jede Generation zuvor – und uns dennoch auf der Suche nach Sinn zurücklassen.
Dies ist weder eine Vorhersage der Zukunft noch ein Manifest, das vorschreibt, wie Menschen leben sollten. Vielmehr ist es eine Einladung zu einem Gedankenexperiment:
Was wäre, wenn der Lebenssinn die nächste große Herausforderung der menschlichen Entwicklung wäre?
Was wäre, wenn die entscheidende Herausforderung des 21. Jahrhunderts nicht darin bestünde, mehr Wohlstand zu schaffen, sondern den Menschen dabei zu helfen, ein Leben aufzubauen, das sich lebenswert anfühlt?
Ausgehend von Geschichte, Psychologie, Philosophie und der heutigen Gesellschaft argumentiert dieses Buch, dass die Menschheit möglicherweise einen Wandel durchläuft – weg von der Frage:
„Wie überleben wir?“ hin zur Frage: „Wie wollen wir leben?“
Die Antworten werden nicht für alle gleich sein. Die Antwort kann darin bestehen, Kinder großzuziehen, Kunst zu schaffen, Institutionen aufzubauen, Wissen zu erweitern, Gemeinschaften zu stärken, Traditionen zu bewahren oder zu etwas beizutragen, das größer ist als man selbst. Das moderne Leben gibt uns beispiellose Freiheit bei der Wahl – aber auch beispiellose Verantwortung, selbst Sinn zu schaffen.
Die Zukunft mag materiell reichhaltiger sein als die Vergangenheit. Sie könnte aber auch existenziell viel leerer sein.
Dieses Buch lädt Sie ein, sich diese Zukunft vorzustellen, ihre Möglichkeiten zu erkunden und sich zu fragen, wie ein sinnvolles Leben darin aussehen könnte.
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